Projektbeispiele

Wasserbau

Wiederherstellung der Durchgängigkeit des Schwarzen
Schöps am Heidewehr in Nieder Seifersdorf
 

Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen
Betrieb Spree/Neiße
Am Staudamm 1
02625 Bautzen

Leistungsphase: 2 bis 8
Bausumme (brutto): 123 Tsd. Euro
Zeitraum: 2007 bis 2009

Dipl.-Ing. Lutz Haberecht

Da das alte Heidewehr nicht mehr zum Aufstau für die Wasserkrafterzeugung genutzt wird, sollte eine Absenkung des Stauspiegels erfolgen. Durch diese Maßnahme wird eine Verbesserung des Fließverhaltens im Flussabschnitt oberhalb des Wehrstandortes angestrebt. 

Im Vergleich zum bisherigen Stauspiegel sollte die Absenkung maximal 50 cm betragen, da sich das gesamte Ökosystem bereits auf die vorhandenen mittleren Wasserführungen eingestellt hatte. Ebenso wurde Wert darauf gelegt, den Auencharakter des Fließgewässers zu erhalten sowie negative Auswirkungen auf das oberhalb einmündende Arnsdorfer Wasser, z.B. durch rückschreitende Erosion zu verhindern.

Der Ersatz des gesamten Wehrbauwerkes erfolgte als geschüttete bzw. gesetzte Stützschwelle aus Wasserbausteinen, an welche sich eine Sohlgleite zur Überwindung des Höhenunterschiedes von der Krone bis zur Unterwassersohle anschloss. Diese wurde, bis auf den Bereich der Außenkrümme, über die gesamte Sohlbreite als Fischpass ausgeführt.

Dabei betrug der Höhenunterschied von der Schwellenkrone bis zur Unterwassersohle ca. 1,5 m. Zudem maß die Länge der Sohlgleite bei einer mittleren Neigung von 1:27 ca. 40 m und wurde in Form eines Rauhgerinne-Beckenpasses hergestellt. Dies sollte bewirken, dass der gesamte Durchfluss von Q30 bis Q330 bis zur Oberkante der Störsteine über den Fischpass geführt wird. Um die Überschwemmungsausmaße bei Hochwasser möglichst gering zu halten, erfolgten eine Verbreiterung des Fließquerschnittes im oberen Rampenbereich sowie eine Abflachung der betroffenen Uferböschungen. 

Um einer zu starken Belastung der Böschungen (z.B. bei Ausuferungen im Hochwasserfall) entgegenzuwirken, wurden die Uferbereiche durch Wasserbausteine geschützt. Dies hatte zudem den positiven Effekt seitlichen Einströmungen in das Gerinne entgegenzuwirken. Oberhalb des Mittelwasserspiegels wurden die stabilisierenden Schüttungen mit Mutterboden überdeckt. Bei der Gestaltung der Fischdurchlässigkeit  konnte der nahezu rechtwinklige Gewässerknick durch Ausrundung und Verziehung zur Innenkurve entschärft werden.

Hochwasserschutz

Renaturierung der Spreeaue Bautyp 3.19 - Deichbau 

Vattenfall Europe Mining AG
Vom-Stein-Straße 39
03050 Cottbus

Leistungsphase: 5 bis 9
Bausumme (brutto): 2,30 Mio. Euro
Zeitraum: 2006 bis 2009

Dipl.-Ing. Lutz Haberecht
Dipl.-Ing. (FH) André Weigt

Mit dem am 18. Dezember 2006 unterzeichneten Planfeststellungsbeschluss des Landesamtes für Bergbau, Geologie und Rohstoffe wurde dem Teilvorhaben 1 zum Gewässerausbau des Cottbuser Sees  zugestimmt.
Neben der  Gewässerbeseitigung im Bereich der Teichgruppe Lakoma sowie eines Abschnitts des Hammergraben-Altlaufes, sollte zudem innerhalb des  Kompensationsgebietes K 6 eine Rückverlegung im linken Deich der Spree erfolgen.

Um eine verbesserte Flussdynamik der Spree zu garantieren, wurden die Teilabschnitte 1 und 2 auf einer Länge von je 1,3 km um ca. 300 m rückverlegt. In diesem Bereich wurde das erforderliche Kehrvermögen der Deiche für HQ100 mit 0,5 m Freibordhöhe hergestellt. Da der Deichverteidigungsweg (DVW) landseitig der Krone anzuordnen war, wurde die Ausführung des neuen Deiches in Doppeltrapezform vorgenommen. Der Ausbau der DVW erfolgte auf einer Berme, um einer Überströmung bei Sickerwasserdrang vorzubeugen. Hinzukommend wurde eine frostfreie Durchführung der Sickerlinie unter dem DVW eingebaut. Um die Befahrbarkeit leichter Instandhaltungsfahrzeuge zu garantieren, wurde eine drei Meter breite Deichkrone errichtet. Für die Befahrung durch schwere Fahrzeuge (SLW 60) folgte die Anfertigung einer vier Meter breiten Berme. Entsprechend der Linienführung wurden die erforderlichen Ausweichstellen im Mindestabstand von 400 m angeordnet.

Die Maßnahmen sichern sowohl eine erhöhte Varianz der Laufform sowie des Ausuferungsverhaltens als auch eine lokale Erhöhung der Eigendynamik. Mit der Verlegung der Deiche wurde zudem eine Grundlage für auentypische Vegetationsstandorte und die Vernetzung von Lebensräumen hervorgebracht. Die Schaffung von Retentionsräumen erbrachte eine erhebliche Verbesserung im Hinblick auf den Hochwasserschutz. 

Siedlungswasserwirtschaft

Schmutz- und Trinkwassererschließung Lauchhammer-West (südl. DB) Bereich Nebensammler Teil 1 und 2 

WAL Betriebsführungs GmbH
Steindamm 51/53
01968 Senftenberg

Leistungsphase: 3 bis 9
Bausumme (brutto): 3,50 Mio. Euro
Zeitraum: 2006 bis 2010

Dipl.-Ing. Jan Dittrich
Dipl.-Ing. (FH) Frank Schubert

Als schmutzwassertechnische Ersterschließung erfolgte die Neuverlegung von Schmutzwasserkanälen im Ortsteil West der Stadt Lauchhammer. Die Umsetzung der geplanten Maßnahme durch den WAL Senftenberg stellte gleichzeitig den Abschluss der schmutzwassertechnischen Erschließung in diesem Teil von Lauchhammer dar. 

Um in jeder Einzelmaßnahme Synergieeffekte zu erzielen, wurde die Schmutzwasserneuerschließung technisch und zeitlich parallel zur vorhandenen Trinkwasserversorgung vorgenommen. Dadurch konnten Kosteneinsparungen erreicht werden. Für die Planung und Ausführung wurde das Gesamtgebiet in mehrere Teilgebiete gegliedert, wobei der Hauptsammler unabhängig von den beiden Nebensammlern 1 und 2 betrachtet wurde.

Im Zuge der Gesamtmaßnahme wurden 7.115 m Schmutzwasserhauptkanal DN 200 einschließlich der zugehörigen Hausanschlüsse DN 150 errichtet. Zudem erfolgte eine parallele Erneuerung von 4.965 m Trinkwasserleitung DN 80-150. Auf Grund der topografischen Verhältnisse, musste im Nebensammlerabschnitt 2 ein Pumpwerk mit einer entsprechenden Druckleitung zum Anschluss an den Abschnitt 1 errichtet werden.

Nach Rücksprache mit dem Auftraggeber wurde ein Teil der Rohrverlegearbeiten (1.550 m) im unterirdischen Vortrieb realisiert. Anlass dafür gaben diffizile Baugrundverhältnisse, ein erhöhter Eisengehalt sowie ein hoher Grundwasserandrang (>>2000 m³/d). Eine Grundwasserabsenkung konnte in den Start- und Zielgruben nicht ohne weiteres realisiert werden, da der Andrang des Grundwassers zu hoch war. Daher wurden an diesen Stellen wasserdichte Baugruben durch Absenkschächte mit Unterwasserbetonsohlen hergestellt. Die gesamten Abdichtungsarbeiten (z.B. an den Einfahröffnungen in die Zielschächte) erfolgten bei Wassereinbruch durch einen Taucher. Neben dem Schmutzwasserhauptkanal wurden auch Teile der Trinkwasserleitung sowie die entsprechenden Hausanschlüsse im gesteuerten Rohrvortrieb verlegt.

Lediglich in der Tettauer Straße konnte nicht auf diese Bauweise zurückgegriffen werden. Die örtlichen Verhältnisse im Umfeld des vorhandenen Leitungsbestandes (nahe Bebauung, schmale Seitenbereiche) sowie der Status der Tettauer Straße als Landesstraße erforderten eine Insellösung in Form eines Druckentwässerungssystems. Da die Hauspumpwerke auf den Privatgrundstücken gleichzeitig als Hausanschlussschächte dienten, konnten sie auf diese Weise aus dem öffentlichen Raum herausgerückt werden. Die Verlegung der Leitungen erfolgte mittels eines gesteuerten Pilotrohrverfahrens, welches eine Minimierung der Wasserhaltungskosten erzielte.

Straßenbau

Sanierungsmaßnahme L65 - 2. Bauabschnitt 

Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg
Von-Schön-Straße 11
03050 Cottbus

Leistungsphase: 2 bis 6
Bausumme (brutto): 445 Tsd. Euro
Zeitraum: 2008 bis 2009

Dipl.-Ing. Norbert Fischer

Als zweiten Bauabschnitt im Zusammenhang einer Gesamtmaßnahme beabsichtigte der Landesbetrieb Straßenwesen Niederlassung Süd die Sanierung der Landesstraße L 65.

Da die Landesstraße die Bundesstraßen B183 und B101 verbindet, bietet sie die Möglichkeit einer „Ortsumfahrung“ von Bad Liebenwerda. Weiterhin dient sie der Erschließung der Ortslage Wahrenbrück einschließlich des Ortsteils Wahrenbrück – Bahnhof, weshalb sie als Verteilung der Verkehrsströme in die jeweiligen einmündenden untergeordneten Straßen fungiert.

Die Baumaßnahmen sollten einer Linienoptimierung im Grund- und Aufriss für die Entwurfsgeschwindigkeit von 80 km/h sowie eine Verbreiterung der vorhandenen Fahrbahn auf Grundlage des RQ 9,5 dienen. Für die Planung baulicher Veränderungen standen die Erneuerung und Verbreiterung der Fahrbahn L 65, die Umgestaltung des Orteinganges Wahrenbrück und die Anordnung einer geschwindigkeitsdämpfenden Mittelinsel im Fokus.

Die Ausbaumaßnahmen begannen unmittelbar hinter dem Bahnübergang der Bahntrasse Falkenberg - Ruhland in der Ortslage Wahrenbrück - Bahnhof in Blickrichtung Wahrenbrück und endeten am Ortseingang Wahrenbrück. Die Erneuerung des Straßenkörpers des zweiten Bauabschnittes wurde in einem Teilabschnitt realisiert, wobei die Ausbaulänge ca. 1154 m betrug.

Bei den Sanierungsarbeiten blieb der vorhandene Trassenverlauf der L 65 im Wesentlichen erhalten, da der vorhandene Straßenkörper zwar aufgrund fehlender Tragfähigkeit überbaut, von einem Rückbau der Fläche allerdings abgesehen wurde.

Umweltschutz/Landschaftsplanung

Maßnahmen zur Förderung der Eigendynamik und Gehölzumbau am Schweinitzer Fließ westlich von Schönewalde 

Gewässerunterhaltungsverband “Kremitz-Neugraben“
Hauptstraße 23
04938 Uebigau-Wahrenbrück OT Wiederau

Leistungsphase: 1 bis 8
Bausumme (brutto): 535 Tsd. Euro
Zeitraum: 2009

Dipl.-Ing. (FH) Gabriele Weigt
Dipl.-Ing. (FH) Olaf Splett

Für eine möglichst naturnahe Entwicklung des Schweinitzer Fließes,  plante der Gewässerunterhaltungsverband „Kremitz-Neugraben“ einen ersten Maßnahmenkomplex im Abschnitt zwischen Schönewalde und Brandis.

Die Förderung der eigendynamische Entwicklung sowie eine positive Beeinflussung der Gewässergüte durch gewässerstrukturierende Maßnahmen standen im Fokus. Im Zusammenhang mit der Optimierung der Bodenwasserhaushaltssituation sollte auch die Agrarstruktur verbessert werden.

Im Rahmen des Maßnahmenkomplexes war es nötig, Holzungen von 165 nicht gewässertypischen Hybridpappeln durchzuführen. Aus Artenschutz- und Lebensraumfunktionsgründen wurden 47 Pappeln in den anzulegenden Gewässerrandstreifen integriert und Böschungen profiliert. Zur Strukturanreicherung im Schweinitzer Fließ wurde zudem Totholz in das Gewässer eingetragen. Zur Entwicklung des neuen Randstreifens, welcher eine Länge von 2600 m und eine Breite von  ca. 4,00 m aufweisen sollte, wurden ausschließlich einheimische, standortgerechte Bäume und Sträucher gepflanzt.

Weiterhin war vorgesehen, in Teilen der schrägen Uferböschung, möglichst nah an der Mittelwasserlinie, Heisterpflanzen (2 xv. 150 - 200 m) mit einem Pflanzabstand von ca. 4,00 m einzusetzen. Besonders Erlen, Eschen und Baumweiden wurden in diesem Abschnitt bevorzugt. 
Im Bereich der ebenen Pflanzflächen sollten dreireihig Pflanzen in Heisterqualität bzw. Sträucher (z.B. Pfaffenhütchen, Hunds-Rosen, Weißdorn etc.) angebaut werden. Die Pflanzen wurden in einem Abstand von ca. 1,50 m und einer gruppenweise versetzten Anordnung angepflanzt.

Damit eine erhöhte Strömungsdiversität erzielt wird, wurden Holzstrukturen wie Kronenholz, Stammholz, Wurzelstubben und Astholz variabel in Form, Größe, Beschaffenheit sowie Anordnung eingebracht. Dies trug außerdem zur Bildung von Kolken und Bänken im Sohlbereich bei.
Um einer  Ufererosion vorzubeugen, lag der Verbauungsgrad bei 30 % der Gewässerbreite und 20 – 100 % der Gewässertiefe bei Mittelwasserdurchfluss. Lokale Böschungsabflachungen dienten der Gewässeraufweitung und hatten die Schaffung von Rückzugsbereichen zum Ziel.

In Ergänzung der gewässermorphologischen Maßnahmen erfolgte die Anordnung von 3 Eisvogelbrutwänden zur Habitataufwertung fließgewässergebundener Arten.

Tourismus

Wassertouristische Erschließung der Schwarzen Elster 

Städteverbund Bad Liebenwerda, Mühlberg
Uebigau-Wahrenbrück, Falkenberg
Markt 1
04924 Bad Liebenwerda

Leistungsphase: 1 bis 8
Bausumme (brutto): 535 Tsd. Euro
Zeitraum: 2005 bis 2008

Dipl.-Ing. Eckhard Lehmann
Dipl.-Ing. (FH) Gabriele Weigt
Dipl.-Ing. (FH) Olaf Splett
Dipl.-Ing. (FH) André Weigt

In der Region zwischen der Elbe und der Lausitzer Seenlandschaft wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche Investitionen getätigt, um die touristische Entwicklung zu fördern. In diesem Zuge entstanden gut ausgebaute Radwanderwege, Reiterhöfe, Wellnessangebote, Bäder, Hotels und Pensionen sowie viele Ausflugsziele mit attraktiven Erlebnisangeboten, welche seither die reizvolle Landschaft mit ihren Seen, Flüssen, Wäldern und nicht zuletzt der Bergbaufolgelandschaft ergänzen.

Weitergehend besteht jedoch die Aufgabe, diese Potentiale zu entwickeln und zu einem gemeinsamen Vermarktungsprodukt zu vernetzen. Neben bereits vielfach vorhandenen außergewöhnlichen Anziehungspunkten, stellt die Bildung von gemeinsamen und übergreifenden Strukturen in dieser Region eines der wichtigsten Ziele für die zukünftigen Entwicklungen dar.

Mit der gemeinsamen gewässertouristischen Erschließung der Schwarzen Elster durch die Landkreise Oberspreewald-Lausitz und Elbe-Elster wurde nun zur Erreichung genau dieses Ziels beigetragen. Diese Maßnahme bietet vor allem für Mühlberg, Falkenberg und Uebigau-Wahrenbrück eine Entwicklung des Paddelboot- und Kanutourismus. Auch entsprechende Grundlagen für die Schaffung einer förderlichen Infrastruktur wurden gewährleistet. Dadurch konnten die landseitigen und bereits vorhandenen wassertouristischen Angebote in einem Synergieeffekt verbunden und gleichzeitig sportliche Aktivität und Erholung kombiniert werden.

Im Rahmen der Projektbearbeitung wurden unterschiedlichste touristische Elemente geplant und bautechnisch begleitet. Zu diesen zählen 33 Bootsein- und -ausstiege, zwei Schwimmplattformen als Steganlage, eine Schwimmsteganlage im Hafen Mühlberg und sechs Wasserwanderraststationen. Im Kontext des Projektes wurden außerdem vier Bootsschuppen, zwölf Bootslager, zwei Schutzhütten, zwei Sanitäranlagen und zwei Holzbrücken errichtet. Über die gewässertouristische Erschließung hinausgehend, entstanden zudem Parkplätze, Wege, Beschilderungen, Sitzgruppen und Info-Tafeln. 


Ingenieurgemeinschaft WTU GmbH

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04924 Bad Liebenwerda
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Hermsdorfer Straße 18
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Waldstraße 32, Haus 4
06886 Lutherstadt Wittenberg
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